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Einladung zum Familiengebet am Palmsonntag, 28.03. ab 09:30 Uhr

famgeb
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Schrifttexte: Jer 31,31-34 - Hebr 5,7-9 - Joh 12,20-33

sehen210321

„Wir möchten Jesus sehen.“
(Pilger in Jerusalem, Joh 12,21)

Jemanden sehen zu wollen, ist ein verständlicher Wunsch. Vielleicht war Jesus damals tatsächlich schon berühmt genug, dass er auch bei den Auswärtigen als Attraktion galt, die man gesehen haben muss. Meistens ist es vor allem die Neugier, die uns dabei bewegt. Aber das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil. Alle Fortschritte und Entwicklungen der Menschheitsgeschichte sind aus dem Wunsch entstanden, „sehen zu wollen“. Jesus erzählt als Antwort die Geschichte vom Weizenkorn, das in die Erde fallen und sterben muss, ehe es Frucht bringen kann. Da geht es um ein ganz anderes „Sehen“. Es ist ein „Schauen“ und ein „Erkennen“, wenn man hinter dem äußeren Schein weiter sieht. Dann entdeckt man plötzlich den tieferen Sinn, dann offenbart sich die eigentliche Wahrheit. Antoine de SaintExupery hat dazu einmal gesagt, dass man nur mit dem Herzen wirklich gut sehen kann.

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht
Vikar Thomas Wollbeck

Siehe auch im Gotteslob 210: „Das Weizenkorn muss sterben ...“

josef21 03 19

2021 3 14Fastensonntag

Schrifttexte: 2 Chr 36,14-16.19-23 - Eph 2, 4-10 - Joh 3,14-21

kreuz200314Gipfelkreuz - wenn ich es erreicht habe,
bin ich dankbar für den Ausblick,
die Weite,
die Ruhe….

der mühsame Weg liegt hinter mir

dankbar bin ich für die Wegbegleiter,
die „Schrittmacher“,
die Mut zum nächsten Schritt geben,
mich manchmal auch mitziehen

dankbar für den Weg und die Brotzeit,
die wir miteinander teilen…

gelebte Solidarität -
das Kreuz - dafür ein Zeichen. 

Das Kreuz - Zeichen der Solidarität Gottes mit uns.

Er will, dass wir den Weg zum Leben finden, mutig diesen Weg wagen.
Er geht mit.

 

Dafür steht Jesus:

„Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“ (Joh 3, 16).

Gerettet sind wir, weil wir von IHM geliebt sind - so dürfen wir aufbrechen, den Weg suchen und wagen…….einander Licht und Weite schenken…. so können wir Leben gewinnen - ewiges Leben d.h. ein Leben das bestehen kann vor uns selbst, vor dem Mitmenschen und vor Gott.

Albin Krämer

Neulich saß ich mit meinen Kindern am Küchentisch und bastelte Lose für die Fastenzeit, die ich in der Kirche als Anregung zum Nachdenken auslegen wollte.
„Fasten-Lose? Was soll das denn überhaupt sein?“, fragte mein Sohn.
„Naja, das sind Ideen für Dinge, die man in der Fastenzeit - und eigentlich auch immer - tun kann.“, antwortete ich.
„Und was kann man bei diesen Losen gewinnen?“, fragte meine Tochter und schnappte sich ein Los und las es vor: „Ich räume täglich mein Zimmer auf.“ Und sie nahm sich ein anderes Los: „Ich helfe im Haushalt, z.B. beim Spülen.“ Und ein weiteres: „Ich verzichte auf Gemotze.“
„Äh, das sind ja alles Nieten … ich dachte, dass man da auch was gewinnen kann!“
Dabei schaute mich meine Tochter entgeistert an.
„Naja, eigentlich sind diese Vorsätze ja gar keine Nieten! Eigentlich sind das ja alles Gewinne für dein Leben!“, antwortete ich. Nachdenklich ging meine Tochter in ihr Zimmer …

Mittlerweile liegen diese Lose in einem kleinen Körbchen in unseren Kirchen aus. Es gibt rosa-farbene Lose für Kinder und blaue für Erwachsene: Komm' doch auch du (Kommen doch auch Sie) in unseren Kirchen vorbei und hol dir dein (holen Sie sich Ihr) persönliches Fasten-Los ab!

Barbara Stockmann
Pastoralreferentin

tempelbauSchrifttexte: Ex 20,1-17 - 1 Kor 1,22-25 - Mk Joh 2,13-25

 „Reisst diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
Er aber, Jesus, meinte den Tempel seines Leibes“
(Jesus in Joh 2,19.21)

Wir sind wahre Meister:innen im Tempelbau. Viel schneller als früher setzen wir passgenau die richtigen Steine aufeinander. Und nicht nur Kirchen richten wir auf, riesige Stadien entstehen, immer höher wachsen Wolkenkratzer in den Himmel und Einkaufszentren sind weit größer als die größten Kathedralen es jemals waren. Die Bemerkung vom „Tempel seines Leibes“ stimmt mich vor diesem Hintergrund sehr nachdenklich. Er soll wieder „aufgerichtet“ werden. Leben wir wirklich so, dass Menschen aufgerichtet werden? Müssten wir das Aufrichten der Menschen manchmal noch mehr in den Mittelpunkt rücken? Fastenzeit möchte uns auch in diesem Jahr wieder neu an dieses Ziel erinnern.

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht

Vikar Thomas Wollbeck

Siehe auch im Gotteslob 266: „Bekehre uns ...“

 

Einladung zum Familiengebet am Sonntag den 07.03. ab 09:30 Uhr

famgeb
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Schrifttexte: Gen 22,1-18 - Röm 8,31b-34 - Mk 9,2-10

sonntagSonntag - in der kommenden Woche hat er ein besonderes Jubiläum: 1700 Jahre gibt es den Sonntagsschutz. „Alle Richter, Stadtbewohner und Gewerbetreibende sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen.“ So hat es der römische Kaiser Konstantin am 3. März 321 in einem Gesetz festgelegt, das am 3. Juli 321 für das ganze römische Reich in Kraft trat.

Für uns Christinnen und Christen ist der Sonntag der Tag des Herrn. „Wir können nicht leben ohne den Herrentag zu feiern,“ bekannten Christen in Karthago. Es ist der Tag der Auferstehung, der Tag, der uns daran erinnert, dass wir frei sind, keine Knechte und Sklaven der Arbeit, des Konsums, der Wirtschaft. Der Tag, der uns einlädt, den Kreislauf der Woche zu unterbrechen und innezuhalten: hinschauen, wer wir sind und was uns wichtig ist.

Jesus geht mit seinen Freunden auf den Berg Tabor, um Abstand vom Weg des Alltag zu gewinnen. Auf dem Berg begegnet er der Quelle seines Lebens, Gott. Er ist das Geheimnis der Liebe, aus der Jesus lebte und wir leben dürfen.

Solche Taborstunden wünsche ich uns - nicht nur am Sonntag.

Albin Krämer

 

10gebote

Fasching  hat dieses Jahr so gut wie nicht stattgefunden. Einige sind darüber sehr traurig, andere nehmen es gelas­sener.
Doch den meisten schmeckt die anschließende Fastenzeit nicht so recht, ob­wohl doch jeder vorhat, der Fas(t)nacht feiert - die Nacht vor dem Fasten - anschließend mit der Fastenzeit ernst zu machen - ich täusche mich doch wohl nicht!?

Außerdem, ist denn die Fastenzeit etwas so Negatives, kann man ihr nicht sehr viel Positives abgewin­nen? Folgender Text von Phil Bosmanns legt uns das jedenfalls nahe:

Fasten heißt
lernen, mit einfachen Dingen glücklich zu sein,
sich freimachen von den tausend Fesseln
der tausend toten Dinge,
die man dir angepriesen und aufgedrängt hat,
als seien sie unerlässlich für das Leben.

Fasten heißt,
die einfachen, kleinen Freuden in Dankbarkeit genießen.

Fasten heißt:
Wir lassen uns entschlacken, reinigen, heilen
vom krankmachenden Überfluss.

Fasten bringt wieder in Kondition,
leichter zu leben, besser, intensiver    -
mit Gott und mit allen Menschen,
die er dir anvertraut hat.

Glücklich sein, sich freimachen, genießen, sich heilen lassen, sich in Kondition brin­gen lassen, intensiver leben - wen spricht das nicht an! Das zu erreichen, dafür ist die Fastenzeit vorgesehen. Wer will da noch Fasten-Muffel bleiben!?
Also fangen wir an! Wo muss ich Ballast abwerfen, um freier zu sein? Wovon ich mir Befriedigung erhoffe, macht mich das wirklich glücklich? Sind es nicht bescheidenere Dinge, die mich ausfüllen, die mich glücklich machen?
Krankmachender Überfluss - darüber nachzudenken, könnte sich lohnen. Wer krank ist, tut doch alles, um wieder gesund zu werden.
Aber denken wir auch nach über die Machbarkeit unseres Vorhabens und darüber, dass im nächsten Jahr wieder eine Fastenzeit vorgesehen ist, da ja schließlich nicht alles auf einmal erreicht werden kann.

Mit frohen Grüßen

Ihr P. Siegfried Neubrand.

Schrifttexte: Gen 9,8-15 - 1 Petr 3,18-22 - Mk 1,12-15

fastenzeit21

„Der (Heilige) Geist trieb Jesus in die Wüste. Jesus blieb vierzig Tage (= eine Quarantäne lang) in der Wüste.“
(über Jesus in Mk 1,12+13)

Dort, wo Jesus gelebt hat, ist die Wüste allgegenwärtig. Aber auch, wer sie noch nicht erlebt hat, kann sie sich vorstellen. Die Wüste ist immer ein Bereich der Extreme: Hitze am Tag und Kälte in der Nacht, kein Wasser und übergroßer Durst, endlose Weite und keine Orientierung. Wer sich der Wüste aussetzt, der setzt sich sich selbst aus. Da werden Schatten sichtbar. Da offenbart sich das Wesentliche. Da fällt alles Überflüssige ab. Glücklich, wer Wüstenzeiten nicht alleine bestehen muss. Aber gerade auch in der Wüste der Einsamkeit kann die Gewissheit reifen, dass ich selbst dort nicht alleine bin. In der Wüste haben die Vorfahren unseres Glaubens gelernt, dass es tatsächlich stimmt, dass Gott uns nicht verlässt. Er hat uns seinen Bund versprochen und ihn immer wieder erneuert. Er ist uns nahe, gerade auch in manchen wüsten Erfahrungen unseres Lebens. Das ist die „Frohe Botschaft“, die Jesus aus der Wüste mitgebracht hat. Eine „bisschen Wüste“ kann uns vielleicht glauben helfen. Darum feiern wir vierzig Tage Fastenzeit. Einen gesegneten Sonntag wünscht
Vikar Thomas Wollbeck

Siehe auch im Gotteslob 272: „Zeige uns, Herr, deine Allmacht ...“

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