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Bistumsblog 042

Ab nächster Woche dürfen wir also allmählich wieder… in Kirchen gemeinsam öffentlich Gottesdienste feiern… aber natürlich nur unter „Corona-Bedingungen“. Und da komme ich jetzt schon ins Nachdenken.

Desinfektionsmittel scheinen sehr wichtig zu sein… hoffentlich desinfizieren wir da aus Versehen nicht gleich unseren Glauben mit. Und ausreichend Abstand - Platzanweiser und eventuell telefonische Anmeldung zu Gottesdiensten? Naja, immerhin kommen dann endlich mal die vorderen, notorisch leeren Kirchenbänke zum Einsatz – vielleicht findet ja sogar der eine oder die andere Gefallen an den Plätzen in der 2. Reihe? „Einbahnstraßenregelung“ beim Kommuniongang – und noch nicht mal ein „Amen“, weil der Priester kein „Der Leib Christi“ sagen soll. Kein netter Plausch nach dem Gottesdienst auf dem Kirchenvorplatz, kein Friedensgruß, ach – und man muss dran denken, das eigene Gotteslob mitzubringen.

Das Bundesverfassungsgericht hat erklärt, dass Gottesdienste eher wie Konzerte und Sportveranstaltungen zu bewerten sind. Hm. Bei dieser Form würde das irgendwie stimmen - da sind wir Zuschauer dessen, was da „vorne“ passiert. Ein solches Verständnis aber hatten wir vor fünfzig Jahren, als wir noch von „Gottesdienst-“  und „Kirchenbesuchern“ sprachen. Heute gehen wir eigentlich eher von „Mitfeiernden“ und „Teilnehmer*innen“ aus. Aber klar, wenn empfohlen wird, dass man nicht singen soll, weil das eine erhöhte Gefahr der Virenübertragung mit sich bringt, dann muss man eben spielen lassen. Eucharistiefeiern mit 1,5 m Abstand, ohne Gesang, mit desinfizierten Händen – okay.

Ich weiß nicht, aber irgendwie haben solche Gottesdienste nicht allzu viel mit dem zu tun, was ich mir darunter vorstelle.

Gut, es wird Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern, bis wir wieder Gottesdienste wie „Vor-Corona“ feiern können. Wahrscheinlich braucht es irgendwelche Zwischenlösungen.

Aber warum eigentlich nicht auch eine halbe Stunde „stille Anbetung mit Aussetzung“ in der Kirche? Warum nicht zwanzig Biertischbänke (zwei Teilnehmer pro Bank oder eine Familie) auf die Wiese neben der Kirche stellen – und eine Wort-Gottes-Feier im Freien halten?

Wir waren auf einem guten kreativen Weg, die „Kirche“ und den Glauben wieder zu uns nach Hause zu holen. Da verabredet sich eine Gruppe, gemeinsam im Internet den Gottesdienst mit dem Bischof zu feiern – und sich anschließend per Skype darüber auszutauschen. Da werden brennende Kerzen ins Fenster gestellt und ein Vaterunser gebetet. Familien feiern Gottesdienste zuhause – und kommen neu über den Glauben ins Gespräch. Der Kinderchor singt ein Lied, in zwanzig verschiedenen Wohnzimmern aufgenommen und zusammen geschnitten. Der Diakon liest einen Impuls aus seinem Arbeitszimmer. Da werden liebevoll vorbereitete Andachten per „live-stream“ übertragen – und fast jede Pfarreiengemeinschaft hat irgendwelche Seiten geschaltet mit Texten und Gebetsanregungen. Selten waren wir so kreativ und erfinderisch wie in den letzten Wochen.

Vielleicht das eine tun und das andere nicht lassen: Mit Eucharistiefeiern unter diesen Bedingungen vorsichtig und behutsam Erfahrungen sammeln – und kreativ an anderen Formen, die schon entstanden sind, weiterspinnen.

Und wie wäre es denn, wenn man diese langsame und vorsichtige Phase der „Öffnung“ mit einer Andacht zur Heiligen Corona am 14. Mai beginnen würde? Das ist nämlich ihr Gedenktag. Und sie ist tatsächlich nicht nur die Patronin gegen Seuchen, sondern auch für Geldangelegenheiten – und da werden wir wohl in den nächsten Monaten und Jahren auch dringend eine Fürsprecherin brauchen.

Übrigens, in Anlehnung an einen Text, der seit Wochen in den verschiedensten Variationen im Netz kursiert: Spargel ist auch nicht abgesagt (zum Glück scheinen sich doch noch Menschen zum Spargelstechen gefunden zu haben!).

Definitiv abgesagt aber ist das Lied: „Einer hat uns angesteckt…“ – wahrscheinlich für die nächsten zehn Jahre… !

© Andrea Schwarz erschienen im Bistumsblog in Osnabrück

das Lied über die Rettung aus Erniedrigung und Unterdrückung

Impulse zum Magnifikat (in 5 Abschnitten, im Monat Mai 2020)

3. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle die ihn fürchten:

Maria stellt klar: in ihrer Erwählung durch Gott, ist sie eine von vielen.

Angefangen von Noah, über Abraham bis heute wird der Glaube weitergegeben von Generation zu Generation. Jede hat ihre eigene Sichtweise, ihre Fragen und Zweifel, aber auch ihre Erfahrungen und Erkenntnisse mit diesem Gott: Gott wendet sich dem Menschen zu, richtet ihn auf, schenkt ihm Leben, vergibt die Schuld und gibt Kraft zum Neubeginn.

Damit das Erbarmen Gottes bei uns ankommen kann, braucht es von unserer Seite her Offenheit. Oder anders ausgedrückt:  Ehrfurcht vor Gott. Das hat nichts mit Furcht oder Angst zu tun. Vielmehr geht es um Achtung und Respekt ihm gegenüber.

Es geht um Achtung und Respekt vor den Menschen und vor allem, was lebt.


(Claudia Jung)

Im Marienmonat Mai wird nicht nur die uns wohl bekannteste Heilige – Maria, Mutter Gottes – verehrt,
sondern auch eine bisher meist unbekannte frühchristliche Märtyrerin aus dem 2. Jahrhundert.

Besonders in Österreich und Ostbayern werden der Heiligen Corona, deren Gedenktag am 14. Mai begangen wird, mehrere Wallfahrten und Kirchen zugesprochen.
Die Heilige Corona gilt als Patronin des Geldes, der Fleischer und Schatzgräber.
Außerdem wird sie um Standhaftigkeit im Glauben, bei Bitten gegen Unwetter und Missernte und zur Abwendung von (Vieh-)Seuchen angerufen.

Dass nun – fast 2000 Jahre – später eine weltweite Seuche ihren Namen trägt und sie eine Patronin gegen Seuchen ist, ist vielleicht eine Ironie des Schicksals ...
... vielleicht aber auch ein Zeichen dafür, dass Gott für uns Menschen in jedem Übel ein Gehör hat, dass uns Gott in jeder Not beisteht und uns neue Wege zeigen wird!

Auf die Fürsprache der Heiligen Corona halte alle Krankheit und allen Schaden von uns fern, guter Gott!
Heilige Corona, bitte für uns!

Bleiben Sie gesund!

Ihre Barbara Stockmann, Pastoralreferentin

das Lied über die Rettung aus Erniedrigung und Unterdrückung

Impulse zum Magnifikat (in 5 Abschnitten, im Monat Mai 2020)

2. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe von nun anpreisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat großes an mir getan und sein Name ist heilig

Gott schaut Maria an – er gibt ihr Ansehen und Würde und eine große Aufgabe.

Er holt sie raus aus der „Niedrigkeit“.

- „Niedrigkeit“ – das kann ein Hinweis sein auf die Situation der Frauen in der damaligen Zeit: sie hatten in der Öffentlichkeit keine Rechte und keine Bedeutung; sie waren wichtig zum Kinderkriegen, Frauen, die unfruchtbar waren, wurden oft diskriminiert.

- „Niedrigkeit“ – das kann ein Hinweis sein auf die Haltung, die manchmal uns Frauen nachgesagt wird, dass wir unsere eigenen Leistungen klein reden und als selbstverständlich abtun.

- „Niedrigkeit“ – das kann unsere demütige Haltung Gott gegenüber sein, der unser aller Leben in seinen Händen hält.

Gott holt Maria aus der Niedrigkeit heraus. Sie wird dabei nicht hochmütig. Sie erkennt Gott, als den Mächtigen und Heiligen an – doch sie erkennt auch welchen Anteil, welche Aufgabe sie am heilvollen Handeln Gottes hat.

Gott schaut auch uns an. Er  nimmt uns ernst. Er braucht uns und unsere Begabungen, damit seine Botschaft lebendig bleibt.


(Claudia Jung)

Für die Kinder haben wir heute einen besonderen Link gefunden:

Die Bibel für Kinder: Josef, erzählt von Religionslehrerin i.K. Stefanie Witte

josefyt

https://youtu.be/MNcLGG4eKK0

das Lied über die Rettung aus Erniedrigung und Unterdrückung

Impulse zum Magnifikat (in 5 Abschnitten, im Monat Mai 2020)

1. Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott meinen Retter:

Aus diesem Satz spricht Dankbarkeit und eine felsenfeste Überzeugung, dass Gott immer an der Seite von Maria steht. Er geht mit ihr durch Dick und Dünn.

Ich glaube nicht, dass dieser Satz ihr sofort nach der Erscheinung des Engels auf der Zunge lag. Ich glaube eher, dass Zweifel und Fragen sie geplagt haben:

Warum ich? Was wird Josef dazu sagen? Was denken die Leute?

Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit sich selbst, mit Josef und Elisabeth und schließlich mit Gott hat Maria zu diesem Gott - Vertrauen gefunden. Sie konnte ihr Schicksal annehmen und es dankbar als großes Geschenk und Chance von Gott wahrnehmen.

Für welche Begebenheiten in unserem Leben, für welche Wegbegleitung bei schweren Entscheidungen können wir „Danke sagen“?


(Claudia Jung)

pfarrhausGut ist es, ein Dach über dem Kopf zu haben, ein Zuhause, eine Wohnung, einen Ort, wo ich gut da sein kann.

Seit 8 Jahren darf ich im Pfarrhaus von Zellingen wohnen und arbeiten.

„Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten,“ sagt uns Jesus an diesem Sonntag im Evangelium (Joh 14,1-12).

Wir suchen alle unseren Platz im Leben: wo wir wohnen, mit wem wir das Leben teilen, was wir arbeiten, wie wir den Alltag gestalten, unsere Freizeit verbringen…….

Dieser Platz kann sich verändern: wir ziehen um, wechseln die Arbeitsstelle oder sogar den Beruf, die Familiensituation verändert sich, wir entdecken ein neues Hobby….

Aber: wir brauchen unseren Platz! Wir suchen ihn und gestalten ihn, mit dem, was wir können, uns an Fähigkeiten angeeignet haben, mit unseren Träumen und Ideen. Das klappt nicht immer so, wie wir es gerne hätten. Da gibt es auch manchmal Tränen, Abschied, Schmerz. Die Zusage Jesu: „ich bereite einen Platz für euch vor“, lässt mich vertrauen, dass ich diesen meinen Platz immer wieder finden werde.

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“, sagt Jesus weiter.
Manchmal ist es spannend und auch ganz schön verrückt, welche Wege wir im Leben gehen, um unseren Platz zu finden. Aber wir finden ihn - denn die Zusage Jesu steht.

Hast Du Lust, Dich mit einem aus Deiner Familie oder einem guten Weggefährten über Deinen Platz im Leben auszutauschen?

Albin Krämer
Pfarrer

An der sog. "Stechuhr" auf dem Heimweg von der Arbeit spricht mich eine liebe Arbeitskollegin an:

"Ich muss Dir schnell mal was erzählen: Du kennst mich ja, ich bin nicht so eine Kirchgängerin, die jeden Sonntag den Gottesdienst besucht. Meiner Mutter liegt aber in diesen Zeiten viel daran, am Sonntag eine Messfeier vor dem Fernseher mitzuerleben. Anfangs habe ich neben ihr auf dem Sofa Platz genommen, weil ich sie einfach nicht alleine sitzen lassen wollte. Zu zweit ist man nicht alleine! So hat es sich seit Ostern eingespielt bei uns zuhause. Inzwischen bin ich mit Interesse bei den Gottesdiensten dabei und bewundere immer wieder, mit welchem Engagement und mit welchem Ideenreichtum die verschiedenen Pfarreien bei der Sache sind und den Menschen helfen, darüber hinwegzukommen, dass sie zurzeit nicht ihre alten Plätze in den Kirchen einnehmen und sozusagen nicht mitten drin dabei sein können. Und - stelle Dir vor - jetzt bin ich so weit, dass ich am Sonntagfrüh als erstes nachschaue, wann Gottesdienst ist und mich schon darauf freue, mich mit meiner Mutter auf das Sofa
zu setzen, den Gottesdienst 'einzuschalten' und aufmerksam dabei zu sein. Ach, halt, und noch was: Ich singe sogar mit!"

So schön, dass sie mir das gestern erzählt hat.
Da kann ich sagen: Der Heilige Geist macht seine Arbeit!   :-)

Ute A. Boltz

Impuls2020 5 8

Wie kann ich mich verhalten?
Was kann mir helfen?

"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Mt 22,37f.)


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https://www.youtube.com/watch?v=WxNNqZDE-EI

(1 Kor 13, 1-13)

Demnächst sollen Gottesdienste mit gewissen Auflagen
in unseren Kirchen wieder möglich gemacht werden.

Jetzt stellen sich Fragen:
Was heißt Gottesdienst?
Was heißt Gottesdienst für mich?
Was heißt Gottesdienst für Gemeinschaft?
Was heißt Gottesdienst für uns Christen?

Gottesdienst heißt für mich:
Die Begegnung mit dem Auferstandenen!
Das Entscheidende ist die Begegnung mit dem Auferstandenen.
Der Auferstandene geht auf mich zu. - Das ist mein Glaube.
Ich gehe auf den Auferstandenen zu. - Das ist Glaube.

Wir Christen sind in dieser Zeit
gefordert, neue Wege zu suchen und
aufgefordert, neue Wege zu finden.
Das ist eine Herausforderung!
Ist mein Christ-Sein damit überfordert?

Die Christenheit hat jetzt die Chance:
- herauszubrechen aus gewohnten Bahnen,
- herauszubrechen aus gewohntem Beten,
- herauszubrechen aus gewohnten Gottesdienstformen und
- herauszubrechen aus allem Gewohnten!

In dieser, mit Unsicherheit be- und geladenen Zeit frage ich:
Hilft uns da der Gottesdienst in gewohnter Umgebung?
Hilft uns da Abstand halten im Gotteshaus?
Hilft uns da das Einhalten unzähliger Regeln?
Hilft uns da der Zutritt einer begrenzten Anzahl von Gläubigen?

Oder hilft uns da vielmehr Kirche im Kleinen wie in der Familie
oder teilweise alleine - auch das geht - ich habe es ausprobiert!
Und was mit allergrößter Sicherheit hilft:
Wenn ich weiß, warum ich glaube! -
Dann kann ich aufbrechen und neue Wege gehen!

Und was mit allergrößter Sicherheit nicht hilft:
ein zaghaftes Leben in erstarrter Frömmigkeit

Ute A. Boltz

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