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An der sog. "Stechuhr" auf dem Heimweg von der Arbeit spricht mich eine liebe Arbeitskollegin an:

"Ich muss Dir schnell mal was erzählen: Du kennst mich ja, ich bin nicht so eine Kirchgängerin, die jeden Sonntag den Gottesdienst besucht. Meiner Mutter liegt aber in diesen Zeiten viel daran, am Sonntag eine Messfeier vor dem Fernseher mitzuerleben. Anfangs habe ich neben ihr auf dem Sofa Platz genommen, weil ich sie einfach nicht alleine sitzen lassen wollte. Zu zweit ist man nicht alleine! So hat es sich seit Ostern eingespielt bei uns zuhause. Inzwischen bin ich mit Interesse bei den Gottesdiensten dabei und bewundere immer wieder, mit welchem Engagement und mit welchem Ideenreichtum die verschiedenen Pfarreien bei der Sache sind und den Menschen helfen, darüber hinwegzukommen, dass sie zurzeit nicht ihre alten Plätze in den Kirchen einnehmen und sozusagen nicht mitten drin dabei sein können. Und - stelle Dir vor - jetzt bin ich so weit, dass ich am Sonntagfrüh als erstes nachschaue, wann Gottesdienst ist und mich schon darauf freue, mich mit meiner Mutter auf das Sofa
zu setzen, den Gottesdienst 'einzuschalten' und aufmerksam dabei zu sein. Ach, halt, und noch was: Ich singe sogar mit!"

So schön, dass sie mir das gestern erzählt hat.
Da kann ich sagen: Der Heilige Geist macht seine Arbeit!   :-)

Ute A. Boltz

Impuls2020 5 8

Wie kann ich mich verhalten?
Was kann mir helfen?

"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken.
Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Mt 22,37f.)


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https://www.youtube.com/watch?v=WxNNqZDE-EI

(1 Kor 13, 1-13)

Demnächst sollen Gottesdienste mit gewissen Auflagen
in unseren Kirchen wieder möglich gemacht werden.

Jetzt stellen sich Fragen:
Was heißt Gottesdienst?
Was heißt Gottesdienst für mich?
Was heißt Gottesdienst für Gemeinschaft?
Was heißt Gottesdienst für uns Christen?

Gottesdienst heißt für mich:
Die Begegnung mit dem Auferstandenen!
Das Entscheidende ist die Begegnung mit dem Auferstandenen.
Der Auferstandene geht auf mich zu. - Das ist mein Glaube.
Ich gehe auf den Auferstandenen zu. - Das ist Glaube.

Wir Christen sind in dieser Zeit
gefordert, neue Wege zu suchen und
aufgefordert, neue Wege zu finden.
Das ist eine Herausforderung!
Ist mein Christ-Sein damit überfordert?

Die Christenheit hat jetzt die Chance:
- herauszubrechen aus gewohnten Bahnen,
- herauszubrechen aus gewohntem Beten,
- herauszubrechen aus gewohnten Gottesdienstformen und
- herauszubrechen aus allem Gewohnten!

In dieser, mit Unsicherheit be- und geladenen Zeit frage ich:
Hilft uns da der Gottesdienst in gewohnter Umgebung?
Hilft uns da Abstand halten im Gotteshaus?
Hilft uns da das Einhalten unzähliger Regeln?
Hilft uns da der Zutritt einer begrenzten Anzahl von Gläubigen?

Oder hilft uns da vielmehr Kirche im Kleinen wie in der Familie
oder teilweise alleine - auch das geht - ich habe es ausprobiert!
Und was mit allergrößter Sicherheit hilft:
Wenn ich weiß, warum ich glaube! -
Dann kann ich aufbrechen und neue Wege gehen!

Und was mit allergrößter Sicherheit nicht hilft:
ein zaghaftes Leben in erstarrter Frömmigkeit

Ute A. Boltz

willihttps://www.youtube.com/user/SternsingerVideo

 Unter dem Motto „Willi daheim für die Sternsinger" hat der TV-Reporter und Moderator Willi Weitzel gemeinsam mit dem Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ eine Youtube-Serie für Kinder gestartet.

In insgesamt zehn Folgen sorgt Willi Weitzel mit persönlichen Anekdoten, Geschichten über Kinder in Sternsinger-Projekten, Interviews, Quizfragen sowie Spiel- und Basteltipps für kindgerechte Unterhaltung in der Corona-Zeit.
„Es geht darum, den Alltag zu erleichtern und zu versüßen. Ich will Ablenkung schaffen“, sagt Willi Weitzel und betont: „Das ist ein Projekt, das wirklich so richtig aus dem Bauch herauskommt. Also sehr persönlich von mir für die Sternsinger.“ 

ostern fuerdichEin Bild, das mich seit über 40 Jahren begleitet:
Christus und Menas.

Einige kennen es von Taizé.
Das Original hängt in Paris im Louvré und stammt aus dem 7. Jhdt.

Das Bild erzählt von unseren Freunden, die uns im Alltag und auf dem Lebensweg begleiten. Wie wichtig uns Freunde sind, spüren wir gerade in dieser Zeit in der wir uns nicht mit den Freunden treffen dürfen, und wenn wir sie sehen, dann müssen wir Abstand halten, dürfen uns nicht den Arm um die Schulter legen, wie hier auf dem Bild.

Im Evangelium sagt Jesus, was für ihn das Ziel seines Lebens ist (Joh 10,10):
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“

Zur Fülle des Lebens gehören Freunde, die uns den Rücken freihalten, die zuhören und da sind, wenn wir sie brauchen, denen wir unser Herz ausschütten, mit denen wir lachen und feiern. Freunde dürfen uns korrigieren und auch schon mal „den Kopf waschen.“

Im Blick auf das Bild sind wir alle wie Menas, der spürt: Jesus geht an meiner Seite. Da ist ein Freund, der für mich da ist. Und wir alle sind auch wie Christus, der seine Freundschaft Menas schenkt. So darf ich mich fragen:
wer sind die Freunde, die mich tragen
und wer ist dankbar für meine Freundschaft?

Weil ich meine Freunde vermisse, habe ich in meinem Arbeitszimmer Bilder von einigen Freunden plaziert und ich weiß, auch wenn wir uns nicht sehen und zusammen sein können, wir wissen umeinander und ich bin froh, dass es sie gibt.

Herzliche Grüße

Albin Krämer Pfarrer

20200424 161855

F - Fülle wahrnehmen
R - Ruhe genießen
Ü - Üben in Geduld
H - Hoffnung teilen
L - Liebe schenken
I - Integrität bewahren
N - Not lindern
G - Gott im eigenen Leben erkennen

 

Frühling
mild bunt
Die Natur erwacht
Lebendige Schöpfung
überall
Hoffnung


(Martina Röthlein)

 
 

So behauptet es ein altes Sprichwort für diese Tage: Alles neu macht der Mai. Das wäre tatsächlich nicht schlecht. Wenn endlich der ganze Spuk vorbei wäre, wenn unser gesellschaftliches Leben endlich wieder durchstarten und unsere Wirtschaft endlich wieder in Schwung kommen würde. Darin läge allerdings in der Tat nicht viel Neues. Es wäre die Verwirklichung eines bekannten Wunsches, dass „ die guten alten Zeiten“ wiederkehren, dass das, was wir einmal als Normalität gewohnt waren wieder Normalität werde. Das wird sicher nicht passieren und es bleibt die Frage, ob es gut wäre. „Neu“, das meint ja einerseits „ungebraucht“ und „frisch“, kann aber andererseits auch die Bedeutung von „anders“ haben. Es bedeutet also entweder nur eine neue Auflage desselben Alten oder eine ganz andere Gestaltung von etwas ganz Neuem. Hier kann uns tatsächlich die Frage nach „besser“ oder „schlechter“ weiter helfen. „Neu“ und „anders“ ist ja nicht unbedingt mit „besser“ identisch. Umgekehrt braucht es aber das „neu“ und das „anders“ um es „besser“ machen zu können. Das bedeutet, wenn am Freitag der Maimonat beginnt, stehen wir vor einer großen Herausforderung und gleichzeitig vor einer riesigen Chance. Ich möchte sie nutzen. Nicht nur zum „neu“ sondern zum „besser“.

Thomas Wollbeck, Pfarrvikar

baum

„Was muss der schon alles erlebt haben?
Was ist dem wohl passiert?“
- frage ich mich ...

... und trotzdem ist er dann weiter gewachsen ...

gerade hinaus in die Höhe,

als ob nie etwas gewesen wäre,

als ob es ihm gar nichts ausmacht,
dass ihn da mal etwas gebogen und gebeugt hat ...

er hat seinen Weg wieder gefunden
und ist dann einfach so immer weiter gewachsen -

dem Licht entgegen!

 (Barbara Stockmann)

Wir müssen auf das lauschen, was uns unterstützt.
Wir müssen auf das hören, was uns ermutigt.
Wir müssen uns für das öffnen, was uns anspornt,
wir müssen dem Gehör schenken, was in uns lebendig ist.

(nach Richard Rohr, ALLES trägt den einen Namen, München 2019, S. 114)

In einer modernen Welt zurechtkommen,
mit sich selbst und mit anderen,
mit all den alten und neuen Gefühlen,
mit bereits Erfahrenem, Erlittenem,
mit dem, was gerade ansteht,
und was man sonst noch alles sollte.
Seinen Ort finden
in all dem inneren und äußeren Chaos
und wieder zu träumen wagen,
weil Träume Raum bieten,
sich selbst besser kennen und spüren zu lernen.

Quelle unbekannt

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